Hier sind ein paar Bilder der letzten 2 Wochen oder so:
Der Colonel ist heute krank oder hat einen schlechten Tag, sitzt herum und hat keinen Hunger:



Und noch eins von der Feier (Peggy, Onkel Ted, Lisa, Ron):
Ende September ziehen sie um. D.h. wir können uns für ihre Hilfe revanchieren. (Meine Eltern hatten ja schon fertig renoviert, als wir in Deutschland ankamen.)Uff! Der größte Geldbetrag ist ausgegeben - wir haben heute abend endgültig die Fenster bestellt. Gestern abend haben wir eine Stunde im Baumarkt in der Fensterabteilung gesessen und sind mit dem Verkäufer jedes einzelne Fenster im Haus durchgegangen: Sicherheitsglas - ja oder nein; Extra-Isolierung - ja oder nein; double-hung oder single-hung... Außerdem hat natürlich jedes unserer Fenster eine Sondergröße; naja gut, das Haus ist ja auch 46 Jahre alt.
Diese Art Fenster bekommen wir jetzt fast im ganzen Haus installiert. Das sind double-hung windows, d.h. sowohl die obere als auch die untere Hälfte können bewegt werden. Normalerweise schiebt man die untere Hälfte zum Öffnen nach oben, wie das hier üblich ist, und kann die obere Hälfte nach unten schieben. Zum Putzen (oder wozu auch immer) kann man sie aber auch wie abgebildet kippen. Im Untergeschoss sehen die Fenster im Prinzip genauso aus, sind aber nur single-hung, d.h. der obere Teil ist unbeweglich, nur der untere kann verschoben werden.
Unsere neuen Nachbarn haben das Angebot, dass ihr Sohn unsere Dachrinnen saubermacht, wieder zurückgezogen, aus versicherungstechnischen Gründen. Deshalb kommt morgen eine Firma und macht das. Diese Nachbarn sind wirklich etwas seltsam. Die Nachbarin hat Brandon erzählt, dass sie, als das Haus leerstand, mehrmals drin war ("Ihr streicht aber doch die Einbauschränke, oder?") und ihn schließlich gefragt, wieviel wir bezahlt haben. Entweder könne er es ihr gleich sagen, oder sie werde den Immobilienmakler fragen. Brandon und ich haben daraufhin beschlossen, jedem, der in Zukunft so dumm ist zu fragen, einen anderen Betrag zu nennen, am besten so unsinnig wie möglich. (20.000 Dollar! Oder waren es doch 370.000?) Morgen werden außerdem die Küchengeräte geliefert, und Lowe's nimmt die alte Spülmaschine mit, denn die ist auch hin. Die neue, die wir uns ausgesucht haben, ist leider gerade nicht auf Lager, darum schauen wir jetzt noch ein paar Tage im Internet herum.
Brandon ist seit Montag fertig mit seiner Arbeit. Zum Schluss haben sie ihm noch eine Stelle als Supervisor in Kansas City angeboten; 1. ginge das aber nicht in Verbindung mit seinem Vollzeit-Studium, und 2. wollte er dort partout nicht arbeiten. Er hat jede Menge Karten und Geschenke zum Abschied bekommen (sogar einen 20-Dollar-Schein von einer älteren Kollegin, haha), aber ist super-happy, dort fertig zu sein, und freut sich auf die Uni.
Ich schätze, Mizzou war nicht so glücklich über KU's großen Sieg...




Vor ein paar Monaten saßen Brandon und ich im Auto auf der Fahrt nach Irgendwohin und bekamen Hunger. Große Auswahl gab es nicht; wir mussten uns zwischen ein paar Fast-Food-Restaurants entscheiden. Beim Anblick des Kentucky Fried Chicken-Schild fiel mir ein Artikel ein, den ich gerade gelesen hatte, über ein neues Gericht, das KFC anbot: „Famous Bowls“. Anscheinend wollte KFC mit diesen Bowls das Phänomen nachstellen, das es oft am Tag nach leckeren Festtags-Mahlzeiten gibt - dass man Reste von Truthahn/Braten, Kartoffelbrei, Gemüse und Soße isst, indem man alles auf dem Teller vermischt. Die KFC-Version besteht entsprechend aus einem großen Pappbecher, randvoll mit einem Mischmasch aus diesen Zutaten und - warum nicht? - zum Abschluss mit Käse bestreut. Der Autor des Artikels hatte „im Selbstversuch“ eine der Bowls bestellt und war nicht angetan; er philosophierte über die kulturelle Bedeutung eines solchen Gerichts, nannte es „Schweineeimer“ und schlug vor, dass KFC vielleicht auch noch die Cola mit hinein kippen und das Wechselgeld drüberstreuen könne.
Brandon fand das lustig, und wir beschlossen, bei KFC zu essen und zu schauen, ob es die Bowls wirklich gab. Während wir warteten, erinnerte ich mich, dass sie laut Artikel außerdem mit dem ultimativen Fast-Food-Besteck gegessen werden: einem (... einer??) spork. Das ist eine Kreuzung aus „spoon“ und „fork“ und sieht auch so aus – ein Plastiklöffel mit winzigen Zacken anstelle von Zinken. Dieses Esswerkzeug setzte dem Ganzen die Krone auf; wir standen im Drive-Thru und lachten uns halbtot, weil das Wort „spork“ für mich plötzlich zum lustigsten Wort der Welt geworden war. Kann man sich selbst täuschen, wenn man eine Schweineeimer-ähnliche Mahlzeit bestellt, sie dann aber nicht grunzend auslöffelt, sondern mit einer Halb-Gabel verzehrt? Und wie heißt dieses Besteck auf Deutsch? „Göffel“? Gibt es so etwas in Deutschland überhaupt? Was isst man damit?
Die Famous Bowls gab es wirklich - aber wir konnten uns nicht überwinden, sie zu bestellen. Wir fuhren davon, unsere einfache, scheußliche Fast-Food-Mahlzeit mampfend. Doch wir hatten das System überlistet und unsere Chicken strips zu einem respektablen Imbiss aufgewertet: Zu seinem Essen verlangte (und bekam) Brandon mit todernstem Gesicht einen "spork".