Tuesday, July 01, 2008

Fenster...

Uff! Der größte Geldbetrag ist ausgegeben - wir haben heute abend endgültig die Fenster bestellt. Gestern abend haben wir eine Stunde im Baumarkt in der Fensterabteilung gesessen und sind mit dem Verkäufer jedes einzelne Fenster im Haus durchgegangen: Sicherheitsglas - ja oder nein; Extra-Isolierung - ja oder nein; double-hung oder single-hung... Außerdem hat natürlich jedes unserer Fenster eine Sondergröße; naja gut, das Haus ist ja auch 46 Jahre alt.

Diese Art Fenster bekommen wir jetzt fast im ganzen Haus installiert. Das sind double-hung windows, d.h. sowohl die obere als auch die untere Hälfte können bewegt werden. Normalerweise schiebt man die untere Hälfte zum Öffnen nach oben, wie das hier üblich ist, und kann die obere Hälfte nach unten schieben. Zum Putzen (oder wozu auch immer) kann man sie aber auch wie abgebildet kippen. Im Untergeschoss sehen die Fenster im Prinzip genauso aus, sind aber nur single-hung, d.h. der obere Teil ist unbeweglich, nur der untere kann verschoben werden.

Unsere neuen Nachbarn haben das Angebot, dass ihr Sohn unsere Dachrinnen saubermacht, wieder zurückgezogen, aus versicherungstechnischen Gründen. Deshalb kommt morgen eine Firma und macht das. Diese Nachbarn sind wirklich etwas seltsam. Die Nachbarin hat Brandon erzählt, dass sie, als das Haus leerstand, mehrmals drin war ("Ihr streicht aber doch die Einbauschränke, oder?") und ihn schließlich gefragt, wieviel wir bezahlt haben. Entweder könne er es ihr gleich sagen, oder sie werde den Immobilienmakler fragen. Brandon und ich haben daraufhin beschlossen, jedem, der in Zukunft so dumm ist zu fragen, einen anderen Betrag zu nennen, am besten so unsinnig wie möglich. (20.000 Dollar! Oder waren es doch 370.000?) Morgen werden außerdem die Küchengeräte geliefert, und Lowe's nimmt die alte Spülmaschine mit, denn die ist auch hin. Die neue, die wir uns ausgesucht haben, ist leider gerade nicht auf Lager, darum schauen wir jetzt noch ein paar Tage im Internet herum.

Brandon ist seit Montag fertig mit seiner Arbeit. Zum Schluss haben sie ihm noch eine Stelle als Supervisor in Kansas City angeboten; 1. ginge das aber nicht in Verbindung mit seinem Vollzeit-Studium, und 2. wollte er dort partout nicht arbeiten. Er hat jede Menge Karten und Geschenke zum Abschied bekommen (sogar einen 20-Dollar-Schein von einer älteren Kollegin, haha), aber ist super-happy, dort fertig zu sein, und freut sich auf die Uni.

Sunday, June 29, 2008

Home, sweet home


DSC01124
Originally uploaded by danny_bone
Ein langes Wochenende liegt hinter uns. Aber wir sind im neuen Haus einen Riesenschritt weitergekommen. Bitte aufs Bild klicken, um alle Fotos vom Haus zu sehen (ich habe sie endlich alle hochgeladen)...

Saturday, June 21, 2008

My castle

Seit dem 10. Juni gehört das Haus endgültig uns! Unser Buyer's Agent, Dave, hatte ein bisschen am ursprünglichen Termin gedreht; sonst hätten wir das Haus erst gestern bekommen. Ich nahm mir den Nachmittag frei und fuhr nach Kansas City zu der "title company". Brandon und Dave kamen aus Richtung Norden und fuhren erst noch einmal am Haus vorbei, um sicherzugehen, dass es über Nacht nicht abgebrannt war - denn sobald der Vertrag unterzeichnet ist, hätte es kein Zurück mehr gegeben: Da wir eine Zwangspfändung gekauft haben, war der Kaufvertrag "as is" mit allen Mängeln und Schäden. Gottseidank stand es noch... die Unterzeichnung dauerte ganze 5 Minuten, und dann gingen wir noch in ein Diner an der Ecke und aßen Kuchen; Dave bestand darauf, ihn uns auszugeben statt umgekehrt.

Seitdem sind wir ständig am Haus - abends, am Wochenende - und krosen herum. Das schwierigste ist, alles, was wir machen lassen müssen, so zu organisieren, dass es um unsere Arbeitstage herum passt. Brandons letzter Arbeitstag ist der 30. Juni. Danach hat er jeden Tag frei, aber das ist ein bisschen spät, um erst anzufangen. Wir wollen vorher alles (Wasser, Strom) wieder angedreht haben und die Kostenvoranschläge für Heizofen und Fenster genehmigt, so dass die Arbeit dann gleich beginnen kann. Natürlich ist das nicht so einfach, wie es scheint...

Letzten Montag war Brandon tagsüber am Haus und wartete auf die Stadt. Sie schickten jemanden, um das Wasser wieder anzudrehen. Der Haupthahn ist im Keller in einer kleinen Vorratskammer mit einem Loch in der Decke. Die Stadt ließ sich reichlich Zeit, aber schließlich tauchte doch jemand auf und drehte den Wasserzugang wieder an; Brandon drehte den kleinen Hahn auf, um zu sehen, ob das Wasser wirklich lief... und als nächstes kam ein Schwall Wasser aus dem Loch in der Decke geschossen und durchnässte ihn von Kopf bis Fuß. Fluchend lief Brandon hinter dem Mensch von der Stadt her: "Hey!! Wir haben ein riesiges Wasserleck im Haus!" - "Und?" meinte der Mensch unbeeindruckt, "wollen Sie den Haupthahn jetzt auf oder zu haben?" Nachdem sie geklärt hatten, dass der Klempner den Hahn notfalls mit dem Spezialschlüssel wieder zudrehen könne, einigten sie sich, dass der Haupthahn erst mal auf bleiben könne. Nur der kleine Hahn bleibt zu, bis das Leck repariert ist. Am gleichen Abend fuhren Brandon und ich ans Haus zurück, und er schlug die gesamte Decke aus der Vorratskammer heraus:


Danach lagen alle Rohre frei, und man konnte glasklar erkennen, wo das Wasserrohr geplatzt war. Das Haus ist zwar winterfest gemacht worden (Wasser abgedreht, Frostschutzmittel in die Leitungen), und alle Waschbecken etc. haben Aufkleber, die das bestätigen... aber sie sind auf den 28. März datiert. Die Vorbesitzer sind aber schon seit ca. November weg, wie uns die Nachbarn jetzt auch noch bestätigt haben. Das heißt, das Haus stand 4 kalte Monate unbeheizt und nicht winterfest. Kein Wunder, dass es einen Rohrbruch gab!

Wir haben diese Woche versucht, den Mann einer Cousine von Brandon, der auch Klempner ist, für die Arbeit zu engagieren. Das war aber reine Zeitverschwendung; er hat uns 2x vertröstet, und dann haben wir kurzerhand die Gelben Seiten aufgeschlagen. Heute nachmittag um 4 kommt jetzt endlich jemand. Seine Firma hatte in letzter Zeit wohl Personalmangel, so dass sie Wochenenden zum normalen Tarif arbeiten, um aufzuholen.

Wenn das Wasser dann endlich funktioniert, können wir auch streichen! Ich lasse heute im Baumarkt die Farben mischen, aber sie müssen dann herumstehen, bis der Klempner fertig ist.

Wenn das Wasser wieder läuft, kann auch der Sohn unserer Nachbarn kommen und wie vorgeschlagen unsere Regenrinnen sauber machen.

Dann kommt am Montag das Gaswerk und dreht das Gas wieder an. Leider konnten sie mir überhaupt keinen Zeitrahmen geben, wann sie zu uns kommen - nicht einmal, ob morgens oder nachmittags. Brandon könnte ab 14 Uhr am Haus sein, aber vorher auf keinen Fall. Ich kann überhaupt nicht. Wir haben uns geeinigt, dass sie mich auf dem Handy anrufen, ca. 30 Minuten bevor sie am Haus sein können. Wenn sie weit vor 14 Uhr anrufen, müssen wir einen anderen Termin vereinbaren. Mein Chef lässt mich notfalls den Laptop mitnehmen und einen Tag nächste Woche von zu Hause arbeiten.

Ebenfalls Montag um 15.15 Uhr kommt die Heizungsfirma und macht einen Kostenvoranschlag für einen neuen Heizofen plus Installation.

Für Donnerstag nachmittag bestellen wir die Fensterfirma, die uns errechnet, was es kosten wird, moderne Thermofenster einbauen zu lassen. (Der Heizofen hat aber Vorrang, deshalb machen wir ihn zuerst. Die Fenster können gegebenenfalls auch drin bleiben.)

Und am 2. Juli werden unsere neuen Haushaltsgeräte geliefert und angeschlossen!

Und über den 12./13. Juli ziehen wir dann um.

Habt ihr auch schon Kopfschmerzen?

Hier sind noch ein paar Fotos, um uns alle zu erinnern, dass alles gut wird, wenn wir diese Anfangshürde überwunden haben. Der Reihenfolge nach: Das Haus; Treppenaufgang und Flur vom Wohnzimmer aus; Treppenaufgang vom Keller aus; Küche; Esszimmer; Bad; Lisa bei der Arbeit; Brandon und ich (vom Handy, daher nur Thumbnail).







Sunday, June 01, 2008

Hauskauf, Teil 296

Haus im Internet gefunden... erledigt
Big Dave, unseren Buyer's Agent, gebeten, einen Termin auszumachen... erledigt
Erste Besichtigung durch Brandon und Dave... erledigt
Zweite Besichtigung (unerlaubt) durch Brandon und mich... erledigt
Allerseitiges Gefallen... erledigt
Erstes Angebot (15-seitig!) an den Verkäufer... erledigt
Verkäufer macht Gegenangebot... erledigt
Wir nehmen an... erledigt
Inspektion (von uns als Bedingung für Kauf verlangt) bestellt... erledigt
Inspektion zufriedenstellend ausgefallen... erledigt
Termiteninspektion bestellt... erledigt
Dumme Bemerkung von Kollegin geschluckt, die mich fragt, ob wir kein schlechtes Gewissen haben, weil wir den günstigen Hauspreis aufgrund des Unglücks anderer Menschen bekommen haben (nein)... erledigt
Im Baumarkt Preise für Thermofenster, einen neuen Durchlauferhitzer und Elektrogeräte recherchiert... erledigt
Excel-Tabelle für Kalkulation angelegt, dann 3.495mal überarbeitet... erledigt
Visitenkarte des netten Verkäufers im Baumarkt, der uns 20% Rabatt auch nach Ablauf des ladenweiten Angebots geben will, in Waschmaschine gewaschen... erledigt
Mich in Baumarkt als Idiotin bloßgestellt und neue Visitenkarte bekommen... erledigt
Drohende Scheidung damit (fürs erste) erfolgreich abgewendet... erledigt
Von Steuerberater erfahren, dass wir weder Hauskauf noch Arbeiten am Haus von der Steuer absetzen können... erledigt

Ich brauche jetzt erst mal einen Pool, eine Luftmatratze und einen Kokosnuss-Drink.

Saturday, May 03, 2008

P.S.

Ach, ich vergaß zu erwähnen, dass meine Firma mich diesen Monat für 4 Tage nach Florida schickt - hierhin:

http://www1.hilton.com/en_US/hi/hotel/DABDHHF-Hilton-Daytona-Beach-Resort-Ocean-Walk-Village-Florida/index.do

Mwahahaha! Mwahaha!


Der Mai ist gekommen, die Sonne scheint, die Vögel singen (ehrlich!) und wir haben Karten für das Leo Kottke-Konzert heute abend. Kann es noch besser werden?

Frühling heißt natürlich auch wieder Tornado-Saison. Donnerstag abend gab es mehrere in verschiedenen Teilen von Kansas City. Ich wollte um 19.30 gerade los, um mich mit einigen Mädels in Downtown Kansas City zu treffen, da hieß es im Radio, eine Tornado-Warnung sei für mehrere Landkreise, unter anderem unseren, ausgegeben worden, und die Bewohner würden aufgefordert, sich in Schutzräume zu begeben. Brandon behauptete, das heiße gar nichts - erst wenn wir draußen Sirenen hörten, müssten wir uns wirklich irgendwohin begeben. Außerdem sei eine "Tornado Warning" erst die Vorstufe zu einem "Tornado Watch". Letzteres stimmte nicht, also stritten wir uns ein Weilchen über die unterschiedlichen Abstufungen von Tornado-Alarmen. Gleichzeitig liefen draußen wohlgemerkt Leute wie immer herum, führten ihre Hunde Gassi, fuhren im Auto davon... also beschlossen wir, uns keine Sorgen zu machen, und 20 Minuten später wurde im Radio berichtet, der Tornado sei Richtung Nordosten davon gezogen.

Im Laufe der Nacht gab es dann aber noch ein paar weitere, und im ganzen Gebiet stürmte es wie verrückt. Meine Kollegen, die in Lawrence wohnen, verbrachten die halbe Nacht mit ihren Kindern im Keller, weil die Sirenen bei ihnen angegangen waren, und der Strom fiel auch für mehrere Stunden aus. Währenddessen ratzte ich wie ein Stein, und Brandon stand - wie er mir am nächsten Tag erzählte - im Schlafzimmer, bereit, mich aufzuwecken, weil er jeden Augenblick auf die Sirenen wartete, aber es geschah nichts. Schutzräume sind immer Keller oder fensterlose Räume (notfalls begehbare Wandschränke) im untersten Stockwerk. Da wir nicht im Erdgeschoss wohnen, müssten wir im Falle eines Tornados jetzt bei unseren unteren Nachbarn an die Tür klopfen: "Guten Abend. Dürfen wir uns zu Ihnen ins Bad setzen?" Das überlegt man sich wirklich zweimal, vor allem um 1 Uhr morgens...

Currently reading:
Mark Twain: The Mysterious Stranger.
Margaret Atwood: Bluebeard's Egg.

Wednesday, April 23, 2008

Erinnert sich noch jemand an die Blumen und das Gemüse, das es diesen Sommer bei uns geben sollte? Ähm. Wie es aussieht, habe ich wieder einmal die schwächsten 90 Prozent davon ausgesiebt und mit abwechselndem Überschwemmen und Verdurstenlassen getestet, wieviel sie aushalten. So sind inzwischen noch ein paar einzelne Setzlinge übrig, die vielleicht Tomaten sind, oder Salat. So genau weiß ich das nicht, weil sie einfach nicht wachsen wollen. Alles, was ich sehen kann, sind ein paar schwache Stängel mit kleinen grünen Blättern dran... eijeijei. Nächstes Mal kaufe ich vielleicht doch Pflänzchen, die schon mal aus dem Gröbsten raus sind.

Es geht voran an der Häuserfront! Aber heute abend habe ich keine Lust mehr, davon zu erzählen.

Und die amerikanische Wirtschaft zeigt uns jeden Tag deutlich, wie schlecht es ihr geht. Wir alle klingen, als seien wir mindestens 90 Jahre alt: Ich kann mich noch erinnern, wie Milch 2 Dollar kostete! Ach nein, die Preise für Eier sind schon wieder gestiegen! Und Benzin - das ist ja Wucher! Zu solchen Zeiten tut es mir wirklich Leid, so weit zur Arbeit zu fahren, aber was soll ich machen? Hier ist nun einmal alles weiter voneinander entfernt, öffentlichen Nahverkehr gibt es in dem Sinne nicht (es fährt einmal täglich ein Personenzug nach Lawrence, und erst müsste ich ja zum Bahnhof in Kansas City kommen), und ich habe endlich wieder einen Job gefunden, der mir richtig Spaß macht. In Kansas City habe ich ja schließlich lange genug gesucht, aber ohne Erfolg. Nach Lawrence können wir nicht ziehen, weil Brandon ab Herbst bei UMKC studieren wird. Und um die "resident rate" zu behalten, die wir uns nach 3 1/2 Jahren in Missouri nun wirklich redlich verdient haben, müssen wir im Großraumgebiet Kansas City bleiben. Sonst kostet das Studium als "nonresident" fast das Doppelte. Also wird weiter gependelt und mit den Zähnen geknirscht.

Aber der Euro steht dafür umso besser! (Und auch wenn ich hier die Konsequenzen davon spüre, kann ich nicht anders, als stolz auf ihn zu sein!!) Also nutzt die Gelegenheit - kommt hierher, kommt zu Besuch! So günstig wird's nie wieder!


Currently reading: Amy Stewart: Flower Confidential. The Good, the Bad, and the Beautiful in the Business of Flowers. Sehr interessant! Ich hatte keine Ahnung gehabt, was für Geheimnisse die Blumenbranche verbirgt...

Recently read: Ishmael Beah: A Long Way Gone. Memoirs of a Boy Soldier. Spannend und traurig, aber irgendwie glatter, als ich erwartet hatte.

Audiobooks: David Guterson: Schnee, der auf Zedern fällt. Gefiel mir nicht so gut, wie ich gehofft hatte.
Dan Kennedy: Rock On. An Office Power Ballad. Ganz leichte Kost, aber ich habe mehrmals laut gelacht.

Tuesday, April 08, 2008

Unser bevorstehender Häuserkauf fängt an, sich überall dazwischen zu drängeln... Gerade erst haben wir die Frage geklärt, ob wir Steuern auf den Betrag zahlen müssen, den wir in die USA überwiesen bekommen (Antwort: nein), nun geht es darum, wie wir das Geld am besten überweisen lassen und wie lange der ganze Kaufvorgang dauern wird. Gerade waren Brandon und ich eine Stunde lang in der Abenddämmerung spazieren; wir sind beide zügige Spaziergänger, aber wir mussten immer wieder stehen bleiben und Häuser begutachten, die zum Verkauf standen, und Brandon dozierte dann: "Die Dachrinne müsste gemacht werden, aber die Fenster sind neu; aha, es gibt einen Keller, aber das Haus hat bestimmt nur 2 Schlafzimmer..." Wir stellten beide erneut fest, dass Platte City uns zu teuer ist. Aber in Kansas City gibt es viele Häuser in unserer Preislage, nur schwierig, sie vom Foto her zu beurteilen. Wir werden bald anfangen, ein paar Adressen abzufahren.

Gestern hat das Basketball-Team der Herren in Lawrence (wo ich arbeite) die 2008 NCAA Basketball National Championship gewonnen. Im Radio wurde heute morgen erzählt, die Innenstadt von Lawrence sei ein einziges Chaos gewesen. Meine Kollegen haben mir das bestätigt. Mehrere hatten ihre Familien gepackt und waren selbst ins Stadtzentrum aufgebrochen, um mitzufeiern.

Die University of Kansas in Lawrence, Kansas (KU) und die University of Missouri at Columbia (MU, "Mizzou") in Columbia, Missouri sind übrigens seit jeher Erzrivalen. In Lawrence finden sich Fanartikel-Läden, die solche Botschaften verkaufen:

Ich schätze, Mizzou war nicht so glücklich über KU's großen Sieg...

Am Wochenende waren Lisa und Brandons Cousin Adam hier. Er ist seit 1 1/2 Jahren in der Navy, war gerade 10 Tage auf Heimaturlaub gewesen und flog jetzt wieder ab. Während er zu Hause war, starb erst seine Oma väterlicherseits, und dann fegte ein Tornado durch seinen Heimatort. Glücklicherweise ist dieses Mal niemandem etwas passiert, aber hier sind ein paar Fotos. Schon beeindruckend, was so ein "Wind" anrichten kann...





Saturday, March 15, 2008

Yikes!
Das letzte Wochenende fing nicht so gut an - mit Gliederschmerzen und wieder erwachtem Husten. Habe beide Tage größtenteils auf dem Sofa schlafend verbracht, ein Taschentuch in jedem Nasenloch und eine Tasse heißen Tee an meiner Seite. Montag fuhr ich trotzdem zur Arbeit, aber fühlte mich miserabel und hatte auch nicht gerade die Dankbarkeit meiner Kollegen auf meiner Seite, denn offenbar war kein Mensch daran interessiert, selbst krank zu werden. Kehrte nach Feierabend sofort auf mein Sofa zurück und blieb Dienstag zu Hause; die Ärztin sagte, es sei Bronchitis.

Nach soviel Schlaf und Erholung wachte ich Mittwoch morgen auf und fühlte mich wie eine Million Dollar! Als ich vor dem Verlag aus dem Auto stieg, strahlte die Sonne, die Vögel sangen, und meine Jeansjacke war kein bisschen zu dünn... zum ersten Mal konnte ich mir vorstellen, dass der Winter doch noch vorbeigehen würde.

In unserer Küche steht schon jede verfügbare Arbeitsfläche voll mit Pflanzen-Setzlingen. Dieses Jahr gibt es bei uns Sonnenblumen, verschiedene bunte Sommerblumen, Tomaten, Salat, Erdbeeren, Schnittlauch und Basilikum. Ich hoffe, dass ich nicht alles vorzeitig umbringe! Und ich kann es nicht erwarten, unseren riesigen Farn wieder nach draußen hängen zu können - er sitzt mitten auf der Theke und nimmt Platz und Licht weg, außerdem rieselt er ständig.

Ich bin gerade nur auf dem Sprung; wir fahren gleich nach St. Joseph, wo Brandon und Dave wieder einmal bei der "Open Mic Night" im Cafe Acoustic spielen. Vorher treffen wir uns bei Polly und Dave, damit die Jungs proben und wir in Ruhe "Lost" gucken und quatschen können. Vielleicht mache ich ja wieder einmal Fotos. Zu meinem Geburtstag gibt's dieses Jahr auf jeden Fall eine neue Kamera - diese hier ist 4 Jahre alt und war damals auf dem neuesten Stand der Technik, aber das ist nun lange vorbei.

Ach so, und für diejenigen, die die Meldung von der Frau in Kansas gelesen haben, die zwei Jahre lang auf der Toilette gesessen hat, bis der Klobrill mit ihrer Haut verwachsen ist: Das war nicht hier in der Nähe! Das war ganz weit draußen in West-Kansas, fernab jeglicher Zivilisation. West-Kansans! Tch!

Monday, March 03, 2008

Ju-hu! Ich lebe noch! Ist dort jemand?
Das ist immer das Problem beim Bloggen: Schreibt man mal ein paar Wochen nicht, kommt man gleich in Zugzwang, jetzt aber etwas richtig "Cleveres" schreiben zu müssen, damit es die Warterei auch wert war... und so verschiebt sich der nächste Eintrag immer weiter. Leider fühle ich mich gerade nicht besonders clever, habe aber Lust zu schreiben. Ihr müsst also mit den Banalitäten meines Alltags vorliebnehmen. Sorry!!

Zuerst einmal kann ich nicht glauben, dass bald Ostern ist! Nächstes Wochenende werden hier schon die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Darum habe ich dieses Wochenende angefangen, meinen Balkongarten vorzubereiten, und reichlich Blumensamen eingepflanzt. Dieses Jahr gibt es bei uns Tomaten, Erdbeeren, Salat, Küchenkräuter und mehrere Sorten Blumen. D.h. wenn alles etwas wird! Und das ist noch nicht so klar... aber ich bin optimistisch. Letztes Jahr waren die Tomaten ja toll, ich hätte nur vor Mai anfangen sollen, sie auszusäen.

Wir haben uns jetzt beinahe 100%-ig entschieden, diesen Sommer ein Haus zu kaufen. Darum haben sich in letzter Zeit erschöpfend viele Unterhaltungen von Brandon und mir (sowie meinen Eltern und mir) darum gedreht, und ich habe angefangen, mir im Internet Häuser in Gegenden von Kansas City anzusehen, die für uns in Frage kommen könnten. Das kann noch echt heiter werden - Brandon ist rein auf Funktionalität bedacht und würde auch in einem Schuhkarton wohnen, solange Dach und Fenster neu sind; ich möchte, dass mir mein Haus auch äußerlich gefällt, und bin dafür leicht(sinnig)er bereit, über Mängel hinwegzusehen. Dazu haben wir schon recht genaue Vorstellungen: 3 Schlafzimmer sollen es dieses Mal sein, dazu wieder 1 1/2 Bäder, möglichst natürlich eine Doppelgarage, das Ganze bitte in einer seriösen Wohngegend, am liebsten in einer ruhigen Seitenstraße, damit unser Kater tagsüber rausgehen kann, aber nicht zu weit weg von der Autobahn. Und was den Preis angeht, haben wir auch genaue Vorstellungen. Ja ha ha... unser Makler wird gute Nerven brauchen!

Wir haben ein wunderbares indisches Restaurant ganz in der Nähe entdeckt. Da, bitte - wieviel banaler kann es noch werden? Aber das Essen schmeckt SO GUT!

Brandons Bewerbung an der Uni für den Herbst läuft!!!

Diesen Sommer kommen wir beide nach Deutschland! Für genaue Daten e-mailt mir - ich will nicht übers Internet verkünden, wann wir beide nicht da sind. Die allgemeine Paranoia, was Sicherheit im Internet angeht, hat mich bereits angesteckt.

Heute habe ich einen Selbstverteidigungs-Kurs angefangen (in mehr Einzelheiten in meinem anderen Blog beschrieben). Nur soviel: Die erste Stunde hat einen Riesenspaß gemacht.

Habe vor kurzem "Das Leben der anderen" auf DVD gesehen. Ich dachte mir, da er ja letztes Jahr einen Oscar gewonnen hat, sollte ich ihn vielleicht doch einmal sehen. Ich fand ihn recht gut, aber einen Oscar hätte ich ihm nicht gegeben. Fand das sonst noch jemand? Bin allerdings auch kein großer Fan von Martina Gedeck, ich glaube, das macht viel aus...

Und ich stelle es hier auch zur Diskussion: In Kansas City gastiert z.Zt. "Bodies Revealed", eine Ausstellung nach Art von "Körperwelten". Ich bin hin- und hergerissen, ob ich sie mir ansehen soll oder ob sie nicht so beeindruckend ist, wie alle immer tun. War jemand schon einmal in "Körperwelten" oder einer ähnlichen Ausstellung? Dann meldet euch bitte - ich brauche Meinungen!

Thursday, January 31, 2008

Von Schweineeimern und Göffeln

Vor ein paar Monaten saßen Brandon und ich im Auto auf der Fahrt nach Irgendwohin und bekamen Hunger. Große Auswahl gab es nicht; wir mussten uns zwischen ein paar Fast-Food-Restaurants entscheiden. Beim Anblick des Kentucky Fried Chicken-Schild fiel mir ein Artikel ein, den ich gerade gelesen hatte, über ein neues Gericht, das KFC anbot: „Famous Bowls“. Anscheinend wollte KFC mit diesen Bowls das Phänomen nachstellen, das es oft am Tag nach leckeren Festtags-Mahlzeiten gibt - dass man Reste von Truthahn/Braten, Kartoffelbrei, Gemüse und Soße isst, indem man alles auf dem Teller vermischt. Die KFC-Version besteht entsprechend aus einem großen Pappbecher, randvoll mit einem Mischmasch aus diesen Zutaten und - warum nicht? - zum Abschluss mit Käse bestreut. Der Autor des Artikels hatte „im Selbstversuch“ eine der Bowls bestellt und war nicht angetan; er philosophierte über die kulturelle Bedeutung eines solchen Gerichts, nannte es „Schweineeimer“ und schlug vor, dass KFC vielleicht auch noch die Cola mit hinein kippen und das Wechselgeld drüberstreuen könne.

Brandon fand das lustig, und wir beschlossen, bei KFC zu essen und zu schauen, ob es die Bowls wirklich gab. Während wir warteten, erinnerte ich mich, dass sie laut Artikel außerdem mit dem ultimativen Fast-Food-Besteck gegessen werden: einem (... einer??) spork. Das ist eine Kreuzung aus „spoon“ und „fork“ und sieht auch so aus – ein Plastiklöffel mit winzigen Zacken anstelle von Zinken. Dieses Esswerkzeug setzte dem Ganzen die Krone auf; wir standen im Drive-Thru und lachten uns halbtot, weil das Wort „spork“ für mich plötzlich zum lustigsten Wort der Welt geworden war. Kann man sich selbst täuschen, wenn man eine Schweineeimer-ähnliche Mahlzeit bestellt, sie dann aber nicht grunzend auslöffelt, sondern mit einer Halb-Gabel verzehrt? Und wie heißt dieses Besteck auf Deutsch? „Göffel“? Gibt es so etwas in Deutschland überhaupt? Was isst man damit?

Die Famous Bowls gab es wirklich - aber wir konnten uns nicht überwinden, sie zu bestellen. Wir fuhren davon, unsere einfache, scheußliche Fast-Food-Mahlzeit mampfend. Doch wir hatten das System überlistet und unsere Chicken strips zu einem respektablen Imbiss aufgewertet: Zu seinem Essen verlangte (und bekam) Brandon mit todernstem Gesicht einen "spork".

Sunday, December 30, 2007

... und ein gutes Jahr 2008!


Winter 2007 027
Originally uploaded by danny_bone
Dieses Wochenende waren wir bei der Familien-Weihnachtsfeier von Brandons Mutter und ihren 5 Schwestern. Es war wie immer eine laute, volle und chaotische Feier - jede der Schwestern hat entweder 1 oder 3 Kinder, und die meisten von ihnen haben ebenfalls schon Kinder. Es gab viel zu essen, eiskaltes Bier von der Veranda, viele Gruppenfotos, Familien-Bescherung und ein Poker-Turnier in der Garage. Wir haben uns gut amüsiert.

(Aufs Foto klicken, um die anderen Fotos zu sehen.)

Damit ist Weihnachten 2007 endgültig vorbei. Allen ein gesundes, erfolgreiches, spannendes und schönes 2008!

Friday, December 21, 2007

Frohe, frohe Weihnachten...


Nachdem wir das Eis erfolgreich überstanden hatten, sah mein Blick aus dem Fenster letzten Samstag so aus:


Reicht es jetzt nicht langsam mit dem Winterwetter? Scheinbar nicht, denn morgen soll es schon wieder schneien. Also können wir vielleicht mit einer "weißen Weihnacht" rechnen... woop-dee-doo.

In der vergangenen Woche hatte meine Abteilung bei der Arbeit einen "Food Day"; das Thema war "Festivus". Da ich ein großer Seinfeld-Fan bin, war das für mich perfekt. Wie sich herausstellte, habe ich viele Gleichgesinnte, und wir brachten Essen mit, das in diversen Folgen der Serie eine Rolle gespielt hatte. Heute gingen wir nach Feierabend noch etwas trinken, und dann war ich auf einer deutschen Weihnachtsparty eingeladen. Praktisch, dass es in Lawrence einen europäischen Laden gibt - so konnte ich vorher noch etwas Deutsches zum Mitbringen kaufen.

Übrigens habe ich das Schnee-Wochenende letzte Woche genutzt, um ein paar Fotos zu machen. Hier ist ein kurzer Clip von einem weihnachtlich dekorierten Haus im Ort, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Vor allem Barb wird darüber lachen!!

(Wer heraushören kann, welches Weihnachtslied gespielt wird, bekommt einen Preis... ich kann es beim besten Willen nicht mehr erkennen.)




Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

Currently reading: Atul Gawande: Complications: A Surgeon's Notes on an Imperfect Science

Friday, December 14, 2007

Eis in der Sonne

So, der "Eissturm" ist vorbei! Von Dienstag bis heute haben Dave und Polly bei uns gewohnt, weil bei ihnen Strom und Wasser ausgefallen waren. Es war sehr lustig; wir haben Kartenspiele gespielt (Uno, Ligretto und Wizard), mit ihrem Nintendo Wii Bowling-Turniere veranstaltet, Tacos gemacht, Pizza bestellt und "Star Trek" geguckt. Trotzdem wurden die beiden langsam unruhig und riefen regelmäßig ihre eigene Nummer an, um zu sehen, ob der AB dran ging, der Strom also wieder an war. Heute abend war es dann soweit, und innerhalb von 30 Minuten waren sie mit Sack und Pack verschwunden...

Eben haben Brandon und Dave telefoniert: Es ist alles in Ordnung, niemand hat bei ihnen eingebrochen, es sind "lediglich" alle Lebensmittel in Kühl- und Gefrierschrank schlecht geworden. Sie waren gerade mit mehreren Müllbeuteln am Werk.

Insgesamt sind in St. Joseph jetzt noch 19.000 Haushalte ohne Strom. Ursprünglich waren es 35.000. Die Elektrizitätsgesellschaft arbeitet seit Dienstag rund um die Uhr mit Teams aus der ganzen Region daran, überall den Strom wiederherzustellen, aber das kann noch bis zu 1 Woche dauern. Wenn ich daran denke, muss ich unbedingt noch ein Foto machen: von den ganzen Extra-Fahrzeugen der E-Gesellschaft, die hier in der Stadt über Nacht dicht gedrängt auf einem Ladenparkplatz stehen - vermutlich übernachten die Besatzungen in dem Hotel nebenan.

Heute soll es über Nacht Schnee geben, aber kein Eis mehr.

Tuesday, December 11, 2007

Väterchen Frost...

... hat uns heute morgen ein paar Stunden ohne Strom gelassen. Kurz vor 7 war er aber wieder da! In St. Joseph sieht das leider anders aus; in einigen Stadtteilen ist auch das Wasser abgestellt worden, und die Hotels sind voll. Deshalb sind Polly und Dave fürs erste bei uns. Ich habe einen verkürzten Arbeitstag eingelegt; die Straßen waren völlig in Ordnung, aber ich bin nach Hause gefahren, bevor es kühler wurde. Polly und ich waren eben mit der Kamera draußen. Hier sind ein paar Fotos:



Ab morgen soll der Regen aufhören, und es soll "nur" noch eiskalt bleiben. Also wer weiß, wie lange es noch Probleme gibt? Mal sehen! ;-) Bis bald!!

Monday, December 10, 2007

Ice Ice Baby

Wenn ich in den nächsten Tagen nicht blogge, habe ich wenigstens mal einen guten Grund dazu, denn in Missouri und Kansas besteht seit heute offiziell eine "Eissturm"-Warnung. Ich bin nach der Arbeit nach Hause gefahren, so schnell ich konnte, denn ab ca. 18h sollte es anfangen zu regnen und die Temperaturen dann immer weiter unter 0 absinken.

Letztendlich fing es erst später an, und durchs Fenster sieht es auch noch so aus, als ob es "nur regnet", aber als ich vorhin noch einmal schnell in den Laden wollte, hätte ich mich schon fast lang gelegt, sobald ich aus der Tür kam... die Vordertreppe und der Bürgersteig waren bereits spiegelglatt! Brandon kam mit, damit wir die Einkäufe besser unter uns aufteilen konnten; die Autos ließen wir stehen und rutschten zu Fuß zum Supermarkt. So sieht unser Balkongeländer bisher aus:

Ich weiß - es sieht nur aus wie Regen, aber glaubt mir, das ist bereits bombenfestes Eis! Und unsere Autos sind auch schon von einer dünnen Eisschicht überzogen, wie ich feststellen konnte, als ich noch mal mit Streusalz unterwegs war. (Unsere Hausverwaltung: Vor ein paar Wochen, als es 0,5 cm Pulverschnee gab, rückten sie um Mitternacht mit Schneeschippen an und scharrten unter unserem Schlafzimmerfenster herum, gerade als ich am Einschlafen war. Bei diesem Wetter haben sie sich noch nicht blicken lassen...)

Bei der Arbeit ist uns heute versichert worden, dass wir lieber zu Hause bleiben sollen, als zu der Zahl der Verkehrsopfer beizutragen (bisher 13), aber natürlich ist die Frage, ob es wirklich zu gefährlich sein wird oder ob man "nur" sehr langsam und vorsichtig fahren muss. Ich werde es morgen früh ausprobieren; wenn ich schon nicht vom Parkplatz komme oder die Autotüren nicht aufkriege, hat sich das Thema sowieso erledigt.

So schlimm wird es hoffentlich nicht werden! Aber dass Strom- und Telefonleitungen bei einem Eissturm in die Brüche gehen, ist keine Seltenheit. Brandons Eltern ist das letzten Winter passiert. Es ging bei ihnen noch; sie haben einen kleinen Generator, und ihre Handys funktionierten anfangs noch, und nach wenigen Tagen ging das normale Telefon wieder, nur kein schnurloses (wohl wegen dem Extra-Stromanschluss oder so?!?). Sie schlossen also solange einfach ein altes Telefon an, und ein paar Tage später war auch der Strom wieder da. Wenigstens ist ihnen kein zerborstener Baum aufs Haus gefallen!

So, ich gehe jetzt schlafen, ich sollte morgen wohl besser fit sein! Viele Grüße an euch alle und drückt uns die Daumen!!

Sunday, December 02, 2007

Vergänglichkeit

Ich bin ein sentimentaler Mensch und hänge an meinem Krimskrams – Fotos, Briefe, Zettelchen, alte Eintrittskarten und Flugtickets. Irgendwo in einer Schublade befindet sich noch das Halsband von unserem vor 1 ½ Jahren überfahrenen Kater Mole, und meine Milchzähne habe ich früher aufbewahrt, bis sie von selbst zerbrachen.

Vor ein paar Wochen machte Brandon meine Festplatte kaputt. Er hatte zum Geburtstag einen neuen Computer bekommen, und ich wollte in wenigen Tagen seinen alten übernehmen. Eigentlich wollte er mir nur zeigen, wie ich etwas aus iTunes übertragen konnte, aber meine alte, bockige Maschine trieb ihn zur Weißglut; als sie sich zum x-ten Mal aufgehängt hatte, schlug er kräftig mit der Faust auf den Tower, und eine unheilvolle Stille trat ein. Wir versuchten mehrmals, den Computer neu zu starten, aber es war nichts mehr zu machen. Brandon war entsetzt. “Es tut mir so Leid! Jetzt haben wir wirklich kein Office mehr!” (Die CD haben wir nicht mehr – längere Geschichte…) “Das ist es nicht,” sagte ich zerknirscht, “aber meine Fotos, meine Artikel, meine Texte…” “Aber du hast doch Backups davon?!?” “N-nein…”

Den restlichen Abend trauerte ich meinen verlorenen Dateien nach, versuchte, nachzuvollziehen, welche Fotos ich in Online-Alben gespeichert hatte, welche Versionen meines Lebenslaufs ich per E-mail verschickt und somit noch verfügbar hatte. Dazu kamen meine Bookmarks. Über Jahre hatte ich akribisch Seiten gebookmarkt, die ich mir merken wollte. Vor allem aus meiner langen Stellensuche gab es zahlreiche Seiten von “interessanten” Firmen in der Umgebung, die ich nie wieder finden würde… Es war mir immer zu lästig gewesen, Backups auf CD zu machen. Wieso eigentlich? Dann dachte ich mir: Was soll’s? Ich habe sowieso gerade eine interessante Stelle gefunden und werde hoffentlich vorerst dort bleiben. Was mir an gespeicherten Artikeln oder anderen Seiten wieder einfällt, werde ich auch wieder finden können. Und was mir nicht mehr einfällt, war dann eben auch nicht wichtig… Langsam schloss ich Frieden mit der Situation.

Am nächsten Tag brachte Brandon meine Festplatte in einen Computerladen. Drei Tage später holte er sie wieder ab. Sie hatten “Meine Dateien” retten können - den Löwenanteil meiner Dokumente, alles bis auf die Bookmarks.

Die Festplatte haben wir immer noch nicht auf meinen “neuen” Computer übertragen. Bisher habe ich nichts davon vermisst.

Wenige Tage, nachdem der Festplatten-GAU passiert war (ich hatte Brandons alten Computer inzwischen in Beschlag genommen), unterhielt ich mich abends mit Brandon im Arbeitszimmer, während er ein neues Virenschutzprogramm laufen ließ. Er war gerade dabei, die gefundenen “verdächtigen” Dateien zu löschen. Plötzlich stutzte er und wurde dann nervös. Er klickte sich aus dem Programm und öffnete sein iTunes. Es war leer. Sein neues Programm hatte ihm seine gesamte iTunes-Library zur Löschung vorgeschlagen, und er hatte angenommen. Drei Jahre Arbeit und viel Geld und Liebe steckten in dieser Library; er hatte sich zu jeder Gelegenheit iTunes-Karten gewünscht und sich sehr sorgfältig eine Sammlung obskurer und von ihm heißgeliebter Musik zugelegt. Er rannte zum Telefon, um den Kundenservice anzurufen, und machte die Tür hinter sich zu. Nach wenigen Minuten hörte ich ihn schluchzen. Die Aktion war nicht mehr rückgängig zu machen.

Mir fehlten die Worte. Er tat mir furchtbar Leid. Plötzlich richtete er sich auf, lief zu seinem alten - meinem neuen - Computer und begann, seine alten Ordner zu durchsuchen, bis er gefunden hatte, was er suchte: die Backups seiner Musik-Dateien. Das einzige, was fehlte, waren die letzten 4-6 Wochen, die Zeit seit seinem Geburtstag. Ich war begeistert, Brandon grummelte („Das muss ich jetzt alles von Hand auf den neuen Computer übertragen“), aber er räumte schließlich doch ein, dass er grenzenlos erleichtert war.

Und die (ziemlich offensichtliche) Moral von der Geschichte? Ich schätze, ich habe eingesehen, dass ich ab und zu Backups machen sollte – wenigstens von Dokumenten, die zeitintensiv und für mich wertvoll sind. Brandons iTunes hat das eindrucksvoll bewiesen. Wenn aber doch einmal etwas schiefgehen sollte - auch CDs können ja kaputt oder verloren gehen -, ist das letztendlich OK. Alles wird gut :-)

(Trotzdem kaufe ich mir diese Woche ein paar USB-Sticks.)

Monday, October 29, 2007

Riesen-Update

Mmh. Und dann vergingen viele, viele Jahre, in denen ich gar nichts schrieb, ganz so, als ob ich vom Erdboden verschwunden wäre. Und es gab ein solches Heulen und Zähneknirschen, dass ich beschloss, ein weiteres Meisterwerk zu verfassen, zum Wohle meiner treuen Fans... Gern geschehen.
OK, eigentlich hat sich niemand beschwert, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Wenn meine paar Leser genauso drauf sind wie ich, schauen sie sowieso nur alle paar Wochen an einem verregneten Tag alle Blogs auf Updates durch und machen sich sonst keine Sorgen darum. Genau genommen hatte ich selbst Lust, wieder zu schreiben. Los geht's!

Die Tomaten sind mittlerweile vom Balkon verschwunden. Wir hatten den ersten Nachtfrost gehabt, und die noch grünen Früchte sahen nicht so aus, als würden sie noch rot werden. Nächstes Jahr werde ich ganz klar früher anfangen müssen. Außerdem steht jetzt ein riesiger Farn auf unserer Küchen-Arbeitsfläche, den ich nach all der Arbeit nicht einfach erfrieren lassen konnte.

Die Arbeit in der Firma mit all den Oktober-Newslettern hatte mich in den letzten Wochen in herbstliche Stimmung gebracht. Voller guter Vorsätze schleppte ich einen großen orangen Kürbis nach Hause, um ihn auszuhöhlen. Bis jetzt ist noch nichts passiert; er steht auf dem Balkon und wartet auf das Messer. Man hat mir versichert, dass er sich eine Weile hält, solange ich ihn nicht öffne.
Ich schaffte es auch, Polly zu überreden, mit mir in ein Maisfeld-Labyrinth zu fahren, aber an dem Nachmittag, den wir uns ausgesucht hatten, fuhren wir genau in ein Gewitter und heftigen Regen hinein, und als wir bei dem Labyrinth ankamen, hatten sie bereits zu. Schade!

Dafür kam ich dieses Wochenende dazu, es nachzuholen. Eine Bekannte aus meiner deutschen "Frühstücksrunde" hatte uns alle angerufen und zu einem "Open House" ihrer Immobilienfirma auf einer Farm in der Nähe eingeladen. Es war ein herrlicher Herbsttag, und überall wuselten Kinder herum. Wie sich herausstellte, hatte die Farm ebenfalls ein Labyrinth. Außerdem gab es Hayrides (Trecker-Fahrten auf dem Anhänger), Kürbisse in Massen, Barbecue und für die Kinder reichlich Tiere zum Streicheln und Ponyreiten.

So sieht ein Maisfeld-Labyrinth von innen aus:

(Gut, dass ich dafür nicht 9 Dollar in Liberty bezahlt habe!)

Und hier fährt ein Hayride vorbei:


Wer sich auf die Kürbisse setzen wollte, wird hier eines Besseren belehrt:


Dann war ich Anfang des Monats bei einem Seminar über Zeitschriften von einem Verlag in der Nähe. Ich wollte es einfach zum Spaß belegen und habe dafür zwei meiner freien Tage geopfert. Bei dem Verlag hatte ich mich schon zweimal beworben, aber nie auch nur eine Antwort bekommen, also hatte ich ihn in der Hinsicht so ziemlich abgeschrieben.

Kurz und knapp: Ich kam auf dem Seminar mit einem Verlagsmitarbeiter ins Gespräch, wurde einem der leitenden Mitarbeiter vorgestellt, und er gab mir seine Karte, damit ich ihm meinen Lebenslauf zur Ansicht schicken konnte. Dann ging alles ratz-fatz: Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und nahm letzten Donnerstag das Jobangebot an. Am 26. November fange ich dort an zu arbeiten. Nach 3 Jahren Umwegen bin ich also doch wieder in einem Verlag gelandet. Meinen derzeitigen Job habe ich schon gekündigt, und zwischen den beiden Arbeitsstellen fliege ich noch schnell 10 Tage nach Deutschland.

Falls jemand sich treffen will - ab dem 13. bin ich da. :-)

Aber jetzt werde ich mir am Wochenende erst mal meinen Kürbis vornehmen...

Tuesday, September 18, 2007

Erntezeit


Juhu!!!
(Sieht beeindruckend aus, oder??? Sind aber "nur" Cocktailtomaten! Und es hängen noch 2, 3 Dutzend an den Pflanzen und warten darauf, rot und appetitlich zu werden!)

Monday, September 10, 2007

Jetzt auch in Farbe... uuund buuunt

Und dann hatten Brandon und Dave letztes Wochenende wieder einen Auftritt. Und ich hatte tatsächlich meine Kamera dabei! Hier sind ein paar Bilder:
Und hier ein kurzer Mitschnitt. Eins der wenigen Stücke mit Text. Wenn ich gewusst hätte, dass meine Batterien noch so lange halten würden, hätte ich darauf geachtet, den Anfang mit aufzunehmen: