Saturday, March 15, 2008

Yikes!
Das letzte Wochenende fing nicht so gut an - mit Gliederschmerzen und wieder erwachtem Husten. Habe beide Tage größtenteils auf dem Sofa schlafend verbracht, ein Taschentuch in jedem Nasenloch und eine Tasse heißen Tee an meiner Seite. Montag fuhr ich trotzdem zur Arbeit, aber fühlte mich miserabel und hatte auch nicht gerade die Dankbarkeit meiner Kollegen auf meiner Seite, denn offenbar war kein Mensch daran interessiert, selbst krank zu werden. Kehrte nach Feierabend sofort auf mein Sofa zurück und blieb Dienstag zu Hause; die Ärztin sagte, es sei Bronchitis.

Nach soviel Schlaf und Erholung wachte ich Mittwoch morgen auf und fühlte mich wie eine Million Dollar! Als ich vor dem Verlag aus dem Auto stieg, strahlte die Sonne, die Vögel sangen, und meine Jeansjacke war kein bisschen zu dünn... zum ersten Mal konnte ich mir vorstellen, dass der Winter doch noch vorbeigehen würde.

In unserer Küche steht schon jede verfügbare Arbeitsfläche voll mit Pflanzen-Setzlingen. Dieses Jahr gibt es bei uns Sonnenblumen, verschiedene bunte Sommerblumen, Tomaten, Salat, Erdbeeren, Schnittlauch und Basilikum. Ich hoffe, dass ich nicht alles vorzeitig umbringe! Und ich kann es nicht erwarten, unseren riesigen Farn wieder nach draußen hängen zu können - er sitzt mitten auf der Theke und nimmt Platz und Licht weg, außerdem rieselt er ständig.

Ich bin gerade nur auf dem Sprung; wir fahren gleich nach St. Joseph, wo Brandon und Dave wieder einmal bei der "Open Mic Night" im Cafe Acoustic spielen. Vorher treffen wir uns bei Polly und Dave, damit die Jungs proben und wir in Ruhe "Lost" gucken und quatschen können. Vielleicht mache ich ja wieder einmal Fotos. Zu meinem Geburtstag gibt's dieses Jahr auf jeden Fall eine neue Kamera - diese hier ist 4 Jahre alt und war damals auf dem neuesten Stand der Technik, aber das ist nun lange vorbei.

Ach so, und für diejenigen, die die Meldung von der Frau in Kansas gelesen haben, die zwei Jahre lang auf der Toilette gesessen hat, bis der Klobrill mit ihrer Haut verwachsen ist: Das war nicht hier in der Nähe! Das war ganz weit draußen in West-Kansas, fernab jeglicher Zivilisation. West-Kansans! Tch!

Monday, March 03, 2008

Ju-hu! Ich lebe noch! Ist dort jemand?
Das ist immer das Problem beim Bloggen: Schreibt man mal ein paar Wochen nicht, kommt man gleich in Zugzwang, jetzt aber etwas richtig "Cleveres" schreiben zu müssen, damit es die Warterei auch wert war... und so verschiebt sich der nächste Eintrag immer weiter. Leider fühle ich mich gerade nicht besonders clever, habe aber Lust zu schreiben. Ihr müsst also mit den Banalitäten meines Alltags vorliebnehmen. Sorry!!

Zuerst einmal kann ich nicht glauben, dass bald Ostern ist! Nächstes Wochenende werden hier schon die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Darum habe ich dieses Wochenende angefangen, meinen Balkongarten vorzubereiten, und reichlich Blumensamen eingepflanzt. Dieses Jahr gibt es bei uns Tomaten, Erdbeeren, Salat, Küchenkräuter und mehrere Sorten Blumen. D.h. wenn alles etwas wird! Und das ist noch nicht so klar... aber ich bin optimistisch. Letztes Jahr waren die Tomaten ja toll, ich hätte nur vor Mai anfangen sollen, sie auszusäen.

Wir haben uns jetzt beinahe 100%-ig entschieden, diesen Sommer ein Haus zu kaufen. Darum haben sich in letzter Zeit erschöpfend viele Unterhaltungen von Brandon und mir (sowie meinen Eltern und mir) darum gedreht, und ich habe angefangen, mir im Internet Häuser in Gegenden von Kansas City anzusehen, die für uns in Frage kommen könnten. Das kann noch echt heiter werden - Brandon ist rein auf Funktionalität bedacht und würde auch in einem Schuhkarton wohnen, solange Dach und Fenster neu sind; ich möchte, dass mir mein Haus auch äußerlich gefällt, und bin dafür leicht(sinnig)er bereit, über Mängel hinwegzusehen. Dazu haben wir schon recht genaue Vorstellungen: 3 Schlafzimmer sollen es dieses Mal sein, dazu wieder 1 1/2 Bäder, möglichst natürlich eine Doppelgarage, das Ganze bitte in einer seriösen Wohngegend, am liebsten in einer ruhigen Seitenstraße, damit unser Kater tagsüber rausgehen kann, aber nicht zu weit weg von der Autobahn. Und was den Preis angeht, haben wir auch genaue Vorstellungen. Ja ha ha... unser Makler wird gute Nerven brauchen!

Wir haben ein wunderbares indisches Restaurant ganz in der Nähe entdeckt. Da, bitte - wieviel banaler kann es noch werden? Aber das Essen schmeckt SO GUT!

Brandons Bewerbung an der Uni für den Herbst läuft!!!

Diesen Sommer kommen wir beide nach Deutschland! Für genaue Daten e-mailt mir - ich will nicht übers Internet verkünden, wann wir beide nicht da sind. Die allgemeine Paranoia, was Sicherheit im Internet angeht, hat mich bereits angesteckt.

Heute habe ich einen Selbstverteidigungs-Kurs angefangen (in mehr Einzelheiten in meinem anderen Blog beschrieben). Nur soviel: Die erste Stunde hat einen Riesenspaß gemacht.

Habe vor kurzem "Das Leben der anderen" auf DVD gesehen. Ich dachte mir, da er ja letztes Jahr einen Oscar gewonnen hat, sollte ich ihn vielleicht doch einmal sehen. Ich fand ihn recht gut, aber einen Oscar hätte ich ihm nicht gegeben. Fand das sonst noch jemand? Bin allerdings auch kein großer Fan von Martina Gedeck, ich glaube, das macht viel aus...

Und ich stelle es hier auch zur Diskussion: In Kansas City gastiert z.Zt. "Bodies Revealed", eine Ausstellung nach Art von "Körperwelten". Ich bin hin- und hergerissen, ob ich sie mir ansehen soll oder ob sie nicht so beeindruckend ist, wie alle immer tun. War jemand schon einmal in "Körperwelten" oder einer ähnlichen Ausstellung? Dann meldet euch bitte - ich brauche Meinungen!

Thursday, January 31, 2008

Von Schweineeimern und Göffeln

Vor ein paar Monaten saßen Brandon und ich im Auto auf der Fahrt nach Irgendwohin und bekamen Hunger. Große Auswahl gab es nicht; wir mussten uns zwischen ein paar Fast-Food-Restaurants entscheiden. Beim Anblick des Kentucky Fried Chicken-Schild fiel mir ein Artikel ein, den ich gerade gelesen hatte, über ein neues Gericht, das KFC anbot: „Famous Bowls“. Anscheinend wollte KFC mit diesen Bowls das Phänomen nachstellen, das es oft am Tag nach leckeren Festtags-Mahlzeiten gibt - dass man Reste von Truthahn/Braten, Kartoffelbrei, Gemüse und Soße isst, indem man alles auf dem Teller vermischt. Die KFC-Version besteht entsprechend aus einem großen Pappbecher, randvoll mit einem Mischmasch aus diesen Zutaten und - warum nicht? - zum Abschluss mit Käse bestreut. Der Autor des Artikels hatte „im Selbstversuch“ eine der Bowls bestellt und war nicht angetan; er philosophierte über die kulturelle Bedeutung eines solchen Gerichts, nannte es „Schweineeimer“ und schlug vor, dass KFC vielleicht auch noch die Cola mit hinein kippen und das Wechselgeld drüberstreuen könne.

Brandon fand das lustig, und wir beschlossen, bei KFC zu essen und zu schauen, ob es die Bowls wirklich gab. Während wir warteten, erinnerte ich mich, dass sie laut Artikel außerdem mit dem ultimativen Fast-Food-Besteck gegessen werden: einem (... einer??) spork. Das ist eine Kreuzung aus „spoon“ und „fork“ und sieht auch so aus – ein Plastiklöffel mit winzigen Zacken anstelle von Zinken. Dieses Esswerkzeug setzte dem Ganzen die Krone auf; wir standen im Drive-Thru und lachten uns halbtot, weil das Wort „spork“ für mich plötzlich zum lustigsten Wort der Welt geworden war. Kann man sich selbst täuschen, wenn man eine Schweineeimer-ähnliche Mahlzeit bestellt, sie dann aber nicht grunzend auslöffelt, sondern mit einer Halb-Gabel verzehrt? Und wie heißt dieses Besteck auf Deutsch? „Göffel“? Gibt es so etwas in Deutschland überhaupt? Was isst man damit?

Die Famous Bowls gab es wirklich - aber wir konnten uns nicht überwinden, sie zu bestellen. Wir fuhren davon, unsere einfache, scheußliche Fast-Food-Mahlzeit mampfend. Doch wir hatten das System überlistet und unsere Chicken strips zu einem respektablen Imbiss aufgewertet: Zu seinem Essen verlangte (und bekam) Brandon mit todernstem Gesicht einen "spork".

Sunday, December 30, 2007

... und ein gutes Jahr 2008!


Winter 2007 027
Originally uploaded by danny_bone
Dieses Wochenende waren wir bei der Familien-Weihnachtsfeier von Brandons Mutter und ihren 5 Schwestern. Es war wie immer eine laute, volle und chaotische Feier - jede der Schwestern hat entweder 1 oder 3 Kinder, und die meisten von ihnen haben ebenfalls schon Kinder. Es gab viel zu essen, eiskaltes Bier von der Veranda, viele Gruppenfotos, Familien-Bescherung und ein Poker-Turnier in der Garage. Wir haben uns gut amüsiert.

(Aufs Foto klicken, um die anderen Fotos zu sehen.)

Damit ist Weihnachten 2007 endgültig vorbei. Allen ein gesundes, erfolgreiches, spannendes und schönes 2008!

Friday, December 21, 2007

Frohe, frohe Weihnachten...


Nachdem wir das Eis erfolgreich überstanden hatten, sah mein Blick aus dem Fenster letzten Samstag so aus:


Reicht es jetzt nicht langsam mit dem Winterwetter? Scheinbar nicht, denn morgen soll es schon wieder schneien. Also können wir vielleicht mit einer "weißen Weihnacht" rechnen... woop-dee-doo.

In der vergangenen Woche hatte meine Abteilung bei der Arbeit einen "Food Day"; das Thema war "Festivus". Da ich ein großer Seinfeld-Fan bin, war das für mich perfekt. Wie sich herausstellte, habe ich viele Gleichgesinnte, und wir brachten Essen mit, das in diversen Folgen der Serie eine Rolle gespielt hatte. Heute gingen wir nach Feierabend noch etwas trinken, und dann war ich auf einer deutschen Weihnachtsparty eingeladen. Praktisch, dass es in Lawrence einen europäischen Laden gibt - so konnte ich vorher noch etwas Deutsches zum Mitbringen kaufen.

Übrigens habe ich das Schnee-Wochenende letzte Woche genutzt, um ein paar Fotos zu machen. Hier ist ein kurzer Clip von einem weihnachtlich dekorierten Haus im Ort, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Vor allem Barb wird darüber lachen!!

(Wer heraushören kann, welches Weihnachtslied gespielt wird, bekommt einen Preis... ich kann es beim besten Willen nicht mehr erkennen.)




Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

Currently reading: Atul Gawande: Complications: A Surgeon's Notes on an Imperfect Science

Friday, December 14, 2007

Eis in der Sonne

So, der "Eissturm" ist vorbei! Von Dienstag bis heute haben Dave und Polly bei uns gewohnt, weil bei ihnen Strom und Wasser ausgefallen waren. Es war sehr lustig; wir haben Kartenspiele gespielt (Uno, Ligretto und Wizard), mit ihrem Nintendo Wii Bowling-Turniere veranstaltet, Tacos gemacht, Pizza bestellt und "Star Trek" geguckt. Trotzdem wurden die beiden langsam unruhig und riefen regelmäßig ihre eigene Nummer an, um zu sehen, ob der AB dran ging, der Strom also wieder an war. Heute abend war es dann soweit, und innerhalb von 30 Minuten waren sie mit Sack und Pack verschwunden...

Eben haben Brandon und Dave telefoniert: Es ist alles in Ordnung, niemand hat bei ihnen eingebrochen, es sind "lediglich" alle Lebensmittel in Kühl- und Gefrierschrank schlecht geworden. Sie waren gerade mit mehreren Müllbeuteln am Werk.

Insgesamt sind in St. Joseph jetzt noch 19.000 Haushalte ohne Strom. Ursprünglich waren es 35.000. Die Elektrizitätsgesellschaft arbeitet seit Dienstag rund um die Uhr mit Teams aus der ganzen Region daran, überall den Strom wiederherzustellen, aber das kann noch bis zu 1 Woche dauern. Wenn ich daran denke, muss ich unbedingt noch ein Foto machen: von den ganzen Extra-Fahrzeugen der E-Gesellschaft, die hier in der Stadt über Nacht dicht gedrängt auf einem Ladenparkplatz stehen - vermutlich übernachten die Besatzungen in dem Hotel nebenan.

Heute soll es über Nacht Schnee geben, aber kein Eis mehr.

Tuesday, December 11, 2007

Väterchen Frost...

... hat uns heute morgen ein paar Stunden ohne Strom gelassen. Kurz vor 7 war er aber wieder da! In St. Joseph sieht das leider anders aus; in einigen Stadtteilen ist auch das Wasser abgestellt worden, und die Hotels sind voll. Deshalb sind Polly und Dave fürs erste bei uns. Ich habe einen verkürzten Arbeitstag eingelegt; die Straßen waren völlig in Ordnung, aber ich bin nach Hause gefahren, bevor es kühler wurde. Polly und ich waren eben mit der Kamera draußen. Hier sind ein paar Fotos:



Ab morgen soll der Regen aufhören, und es soll "nur" noch eiskalt bleiben. Also wer weiß, wie lange es noch Probleme gibt? Mal sehen! ;-) Bis bald!!

Monday, December 10, 2007

Ice Ice Baby

Wenn ich in den nächsten Tagen nicht blogge, habe ich wenigstens mal einen guten Grund dazu, denn in Missouri und Kansas besteht seit heute offiziell eine "Eissturm"-Warnung. Ich bin nach der Arbeit nach Hause gefahren, so schnell ich konnte, denn ab ca. 18h sollte es anfangen zu regnen und die Temperaturen dann immer weiter unter 0 absinken.

Letztendlich fing es erst später an, und durchs Fenster sieht es auch noch so aus, als ob es "nur regnet", aber als ich vorhin noch einmal schnell in den Laden wollte, hätte ich mich schon fast lang gelegt, sobald ich aus der Tür kam... die Vordertreppe und der Bürgersteig waren bereits spiegelglatt! Brandon kam mit, damit wir die Einkäufe besser unter uns aufteilen konnten; die Autos ließen wir stehen und rutschten zu Fuß zum Supermarkt. So sieht unser Balkongeländer bisher aus:

Ich weiß - es sieht nur aus wie Regen, aber glaubt mir, das ist bereits bombenfestes Eis! Und unsere Autos sind auch schon von einer dünnen Eisschicht überzogen, wie ich feststellen konnte, als ich noch mal mit Streusalz unterwegs war. (Unsere Hausverwaltung: Vor ein paar Wochen, als es 0,5 cm Pulverschnee gab, rückten sie um Mitternacht mit Schneeschippen an und scharrten unter unserem Schlafzimmerfenster herum, gerade als ich am Einschlafen war. Bei diesem Wetter haben sie sich noch nicht blicken lassen...)

Bei der Arbeit ist uns heute versichert worden, dass wir lieber zu Hause bleiben sollen, als zu der Zahl der Verkehrsopfer beizutragen (bisher 13), aber natürlich ist die Frage, ob es wirklich zu gefährlich sein wird oder ob man "nur" sehr langsam und vorsichtig fahren muss. Ich werde es morgen früh ausprobieren; wenn ich schon nicht vom Parkplatz komme oder die Autotüren nicht aufkriege, hat sich das Thema sowieso erledigt.

So schlimm wird es hoffentlich nicht werden! Aber dass Strom- und Telefonleitungen bei einem Eissturm in die Brüche gehen, ist keine Seltenheit. Brandons Eltern ist das letzten Winter passiert. Es ging bei ihnen noch; sie haben einen kleinen Generator, und ihre Handys funktionierten anfangs noch, und nach wenigen Tagen ging das normale Telefon wieder, nur kein schnurloses (wohl wegen dem Extra-Stromanschluss oder so?!?). Sie schlossen also solange einfach ein altes Telefon an, und ein paar Tage später war auch der Strom wieder da. Wenigstens ist ihnen kein zerborstener Baum aufs Haus gefallen!

So, ich gehe jetzt schlafen, ich sollte morgen wohl besser fit sein! Viele Grüße an euch alle und drückt uns die Daumen!!

Sunday, December 02, 2007

Vergänglichkeit

Ich bin ein sentimentaler Mensch und hänge an meinem Krimskrams – Fotos, Briefe, Zettelchen, alte Eintrittskarten und Flugtickets. Irgendwo in einer Schublade befindet sich noch das Halsband von unserem vor 1 ½ Jahren überfahrenen Kater Mole, und meine Milchzähne habe ich früher aufbewahrt, bis sie von selbst zerbrachen.

Vor ein paar Wochen machte Brandon meine Festplatte kaputt. Er hatte zum Geburtstag einen neuen Computer bekommen, und ich wollte in wenigen Tagen seinen alten übernehmen. Eigentlich wollte er mir nur zeigen, wie ich etwas aus iTunes übertragen konnte, aber meine alte, bockige Maschine trieb ihn zur Weißglut; als sie sich zum x-ten Mal aufgehängt hatte, schlug er kräftig mit der Faust auf den Tower, und eine unheilvolle Stille trat ein. Wir versuchten mehrmals, den Computer neu zu starten, aber es war nichts mehr zu machen. Brandon war entsetzt. “Es tut mir so Leid! Jetzt haben wir wirklich kein Office mehr!” (Die CD haben wir nicht mehr – längere Geschichte…) “Das ist es nicht,” sagte ich zerknirscht, “aber meine Fotos, meine Artikel, meine Texte…” “Aber du hast doch Backups davon?!?” “N-nein…”

Den restlichen Abend trauerte ich meinen verlorenen Dateien nach, versuchte, nachzuvollziehen, welche Fotos ich in Online-Alben gespeichert hatte, welche Versionen meines Lebenslaufs ich per E-mail verschickt und somit noch verfügbar hatte. Dazu kamen meine Bookmarks. Über Jahre hatte ich akribisch Seiten gebookmarkt, die ich mir merken wollte. Vor allem aus meiner langen Stellensuche gab es zahlreiche Seiten von “interessanten” Firmen in der Umgebung, die ich nie wieder finden würde… Es war mir immer zu lästig gewesen, Backups auf CD zu machen. Wieso eigentlich? Dann dachte ich mir: Was soll’s? Ich habe sowieso gerade eine interessante Stelle gefunden und werde hoffentlich vorerst dort bleiben. Was mir an gespeicherten Artikeln oder anderen Seiten wieder einfällt, werde ich auch wieder finden können. Und was mir nicht mehr einfällt, war dann eben auch nicht wichtig… Langsam schloss ich Frieden mit der Situation.

Am nächsten Tag brachte Brandon meine Festplatte in einen Computerladen. Drei Tage später holte er sie wieder ab. Sie hatten “Meine Dateien” retten können - den Löwenanteil meiner Dokumente, alles bis auf die Bookmarks.

Die Festplatte haben wir immer noch nicht auf meinen “neuen” Computer übertragen. Bisher habe ich nichts davon vermisst.

Wenige Tage, nachdem der Festplatten-GAU passiert war (ich hatte Brandons alten Computer inzwischen in Beschlag genommen), unterhielt ich mich abends mit Brandon im Arbeitszimmer, während er ein neues Virenschutzprogramm laufen ließ. Er war gerade dabei, die gefundenen “verdächtigen” Dateien zu löschen. Plötzlich stutzte er und wurde dann nervös. Er klickte sich aus dem Programm und öffnete sein iTunes. Es war leer. Sein neues Programm hatte ihm seine gesamte iTunes-Library zur Löschung vorgeschlagen, und er hatte angenommen. Drei Jahre Arbeit und viel Geld und Liebe steckten in dieser Library; er hatte sich zu jeder Gelegenheit iTunes-Karten gewünscht und sich sehr sorgfältig eine Sammlung obskurer und von ihm heißgeliebter Musik zugelegt. Er rannte zum Telefon, um den Kundenservice anzurufen, und machte die Tür hinter sich zu. Nach wenigen Minuten hörte ich ihn schluchzen. Die Aktion war nicht mehr rückgängig zu machen.

Mir fehlten die Worte. Er tat mir furchtbar Leid. Plötzlich richtete er sich auf, lief zu seinem alten - meinem neuen - Computer und begann, seine alten Ordner zu durchsuchen, bis er gefunden hatte, was er suchte: die Backups seiner Musik-Dateien. Das einzige, was fehlte, waren die letzten 4-6 Wochen, die Zeit seit seinem Geburtstag. Ich war begeistert, Brandon grummelte („Das muss ich jetzt alles von Hand auf den neuen Computer übertragen“), aber er räumte schließlich doch ein, dass er grenzenlos erleichtert war.

Und die (ziemlich offensichtliche) Moral von der Geschichte? Ich schätze, ich habe eingesehen, dass ich ab und zu Backups machen sollte – wenigstens von Dokumenten, die zeitintensiv und für mich wertvoll sind. Brandons iTunes hat das eindrucksvoll bewiesen. Wenn aber doch einmal etwas schiefgehen sollte - auch CDs können ja kaputt oder verloren gehen -, ist das letztendlich OK. Alles wird gut :-)

(Trotzdem kaufe ich mir diese Woche ein paar USB-Sticks.)

Monday, October 29, 2007

Riesen-Update

Mmh. Und dann vergingen viele, viele Jahre, in denen ich gar nichts schrieb, ganz so, als ob ich vom Erdboden verschwunden wäre. Und es gab ein solches Heulen und Zähneknirschen, dass ich beschloss, ein weiteres Meisterwerk zu verfassen, zum Wohle meiner treuen Fans... Gern geschehen.
OK, eigentlich hat sich niemand beschwert, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Wenn meine paar Leser genauso drauf sind wie ich, schauen sie sowieso nur alle paar Wochen an einem verregneten Tag alle Blogs auf Updates durch und machen sich sonst keine Sorgen darum. Genau genommen hatte ich selbst Lust, wieder zu schreiben. Los geht's!

Die Tomaten sind mittlerweile vom Balkon verschwunden. Wir hatten den ersten Nachtfrost gehabt, und die noch grünen Früchte sahen nicht so aus, als würden sie noch rot werden. Nächstes Jahr werde ich ganz klar früher anfangen müssen. Außerdem steht jetzt ein riesiger Farn auf unserer Küchen-Arbeitsfläche, den ich nach all der Arbeit nicht einfach erfrieren lassen konnte.

Die Arbeit in der Firma mit all den Oktober-Newslettern hatte mich in den letzten Wochen in herbstliche Stimmung gebracht. Voller guter Vorsätze schleppte ich einen großen orangen Kürbis nach Hause, um ihn auszuhöhlen. Bis jetzt ist noch nichts passiert; er steht auf dem Balkon und wartet auf das Messer. Man hat mir versichert, dass er sich eine Weile hält, solange ich ihn nicht öffne.
Ich schaffte es auch, Polly zu überreden, mit mir in ein Maisfeld-Labyrinth zu fahren, aber an dem Nachmittag, den wir uns ausgesucht hatten, fuhren wir genau in ein Gewitter und heftigen Regen hinein, und als wir bei dem Labyrinth ankamen, hatten sie bereits zu. Schade!

Dafür kam ich dieses Wochenende dazu, es nachzuholen. Eine Bekannte aus meiner deutschen "Frühstücksrunde" hatte uns alle angerufen und zu einem "Open House" ihrer Immobilienfirma auf einer Farm in der Nähe eingeladen. Es war ein herrlicher Herbsttag, und überall wuselten Kinder herum. Wie sich herausstellte, hatte die Farm ebenfalls ein Labyrinth. Außerdem gab es Hayrides (Trecker-Fahrten auf dem Anhänger), Kürbisse in Massen, Barbecue und für die Kinder reichlich Tiere zum Streicheln und Ponyreiten.

So sieht ein Maisfeld-Labyrinth von innen aus:

(Gut, dass ich dafür nicht 9 Dollar in Liberty bezahlt habe!)

Und hier fährt ein Hayride vorbei:


Wer sich auf die Kürbisse setzen wollte, wird hier eines Besseren belehrt:


Dann war ich Anfang des Monats bei einem Seminar über Zeitschriften von einem Verlag in der Nähe. Ich wollte es einfach zum Spaß belegen und habe dafür zwei meiner freien Tage geopfert. Bei dem Verlag hatte ich mich schon zweimal beworben, aber nie auch nur eine Antwort bekommen, also hatte ich ihn in der Hinsicht so ziemlich abgeschrieben.

Kurz und knapp: Ich kam auf dem Seminar mit einem Verlagsmitarbeiter ins Gespräch, wurde einem der leitenden Mitarbeiter vorgestellt, und er gab mir seine Karte, damit ich ihm meinen Lebenslauf zur Ansicht schicken konnte. Dann ging alles ratz-fatz: Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und nahm letzten Donnerstag das Jobangebot an. Am 26. November fange ich dort an zu arbeiten. Nach 3 Jahren Umwegen bin ich also doch wieder in einem Verlag gelandet. Meinen derzeitigen Job habe ich schon gekündigt, und zwischen den beiden Arbeitsstellen fliege ich noch schnell 10 Tage nach Deutschland.

Falls jemand sich treffen will - ab dem 13. bin ich da. :-)

Aber jetzt werde ich mir am Wochenende erst mal meinen Kürbis vornehmen...

Tuesday, September 18, 2007

Erntezeit


Juhu!!!
(Sieht beeindruckend aus, oder??? Sind aber "nur" Cocktailtomaten! Und es hängen noch 2, 3 Dutzend an den Pflanzen und warten darauf, rot und appetitlich zu werden!)

Monday, September 10, 2007

Jetzt auch in Farbe... uuund buuunt

Und dann hatten Brandon und Dave letztes Wochenende wieder einen Auftritt. Und ich hatte tatsächlich meine Kamera dabei! Hier sind ein paar Bilder:
Und hier ein kurzer Mitschnitt. Eins der wenigen Stücke mit Text. Wenn ich gewusst hätte, dass meine Batterien noch so lange halten würden, hätte ich darauf geachtet, den Anfang mit aufzunehmen:


Wednesday, September 05, 2007

Mein grüner Daumen...

... war mal so richtig existent dieses Jahr!! Meine Sonnenblumen waren schön, und die Tomatenpflanzen wachsen und gedeihen auch! Seit einigen Wochen sind sogar kleine Tomaten daran:

Aber wie bekomme ich sie rot?

Tuesday, September 04, 2007

Chevy Choo Choo

Ach ja, und dann haben wir unseren Nissan gegen einen Chevy eingetauscht!


Er ist ein Jahr jünger, auch wenn er nicht so aussieht, denn er ist absolut old-school! (Ihr solltet mal das Radio sehen...) Ich fahre ihn gern; allerdings musste ich mich an die alten Bremsen erst einmal wieder gewöhnen. Man sollte ihn nicht gleich nach einer Fahrt im Pontiac benutzen, sonst fährt man dem Vordermann garantiert hinten rein, weil die Bremsen eben nicht so flott sind.

Hier ist eine Aufzählung, was wir mit dem armen Fahrzeug schon angestellt haben:

  • Am 3. August kam ich morgens bei der Arbeit an und stellte fest, dass mein Thermobecher Orangensaft, den ich mangels Becherhalter immer auf dem Beifahrersitz zwischen Tasche und Wasserflaschen festklemme, umgefallen war. Da der Deckel nicht richtig schließt, schwamm der ganze Sitz in O-Saft. Ich versuchte, ihn notdürftig mit Taschentüchern aufzuwischen, legte dabei meine Schlüssel neben mir ab und schloss sie prompt im Auto ein, als ich reingehen wollte, um einen Schwamm zu holen.
    Brandon musste an diesem Tag leider in die entgegengesetzte Richtung, also rief ich den Schlüsseldienst. Der kam nachmittags um 16h. Bis dahin hatte der O-Saft auf dem Polstersitz 7 1/2 Stunden in der brütenden Hitze gebrodelt. Ging erstaunlich gut wieder raus.
  • Am 24. August fuhr ich morgens vor der Arbeit zum Optiker und schaltete, da es regnete, die Scheinwerfer ein. Danach fuhr ich wieder nach Hause und kroste die nächsten 2 Stunden, bevor ich los musste, herum. Als ich aus dem Haus ging, merkte ich gleich, dass ich die Scheinwerfer angelassen hatte. Natürlich startete der Wagen schon nicht mehr. Ein Nachbar kam gerade nach Hause; ich holte die Starterkabel und bat ihn um Starthilfe. Wir bekamen es aber nicht hin, und er meinte, der Starter wäre kaputt. Die perfekte Gelegenheit, um AAA (dem amerikanischen ADAC) beizutreten! Als der endlich kam, stellte sich heraus, dass die Pole der Batterie bloß ungünstig liegen und wir bei unserern Startversuchen keinen Kontakt hatten. Naja - jetzt haben wir AAA!
  • Am 2. September fuhr Brandon abends zu Dave und stieß beim Einparken gegen eine scharfe Kante an einem Gulli. Der vordere rechte Reifen war völlig zerfetzt. Dazu kam, dass er den Reifen nicht abnehmen konnte, um das Reserverad anzubringen - die Reifen waren mit irgendwelchen besonderen Schrauben befestigt, für die man ein Spezialwerkzeug brauchte. Ich holte ihn ab, und am nächsten Morgen riefen wir AAA, die unser Auto mit dem Abschleppwagen in die Werkstatt schleppten. Letztendlich konnten wir ihn nachmittags wieder abholen, und teuer war's auch nicht.
Ich habe Brandon gesagt, wir müssten uns jetzt beide zusammenreißen... auf Dauer können wir uns dies nicht leisten! (Ich weiß, ich muss gerade reden... he he.)

Monday, September 03, 2007

Friday, August 31, 2007

Samstag haben Brandon und Dave wieder im Cafe Acoustic gespielt. Die Besitzerinnen machen zur Zeit Aufnahmen für ihre dritte "Best of"-CD und haben die beiden auch aufgenommen. Ein paar der Stücke finden sich hier:

Sie waren sauer, weil ein Tisch in der Bar sehr laut war, und zu allem Überfluss handelte es sich dabei auch noch um die Band, die als nächstes dran war! Auf den Aufnahmen hört es sich ab nur so an, als wäre es ein sehr großes Publikum gewesen. ;-)

Alles in allem ein voller Erfolg! Dann musste ich um 7.30 Uhr am nächsten Morgen wieder bei der Arbeit sein. Das war hart.

Tuesday, July 31, 2007

Sorry für die lange Pause. Ich bin wirklich furchtbar. Meine Eltern waren ja im Juli zu Besuch, und sobald sie aus dem Flugzeug stiegen, durften sie uns schon beim Umzug helfen! Sie haben sich sicher wahnsinnig gefreut... aber wir waren dankbar für die Hilfe.

Ich war vorher noch nie mit Möbeln und allem Drum und Dran umgezogen (Studentenwohnheim... Studentenwohnheim im Auslandssemester... anderes Studentenwohnheim... anderes Studentenwohnheim... WG, die schon mit Brandons Sachen und massiven fest installierten Hochbetten eingerichtet war... Umzug mit Koffern und ein paar Paketen in die USA). Darum war ich wohl etwas naiv und dachte mir: "Pfff, packen wir alles ein, fahren es zur neuen Wohnung und packen es dort wieder aus. Keine große Sache." Was das Ein- und Auspacken angeht, so fand ich den Umzug wirklich recht unkompliziert, aber woran ich nicht gedacht hatte, war das ewige Putzen - das alte Haus mal so richtig saubermachen... bleh! Bei jedem kleinen Schaden, der mir auffiel, ging mein Blutdruck hoch, weil ich mir ausmalte, dass unser Vermieter D. versuchen würde, uns deswegen Ärger zu machen. (Völlig unberechtigt, wie sich herausstellte.)

Dann mussten wir Gott und der Welt unsere neue Adresse mitteilen, 1000 Formulare ausfüllen, organisieren, dass Wasser, Gas usw. genau zum richtigen Zeitpunkt ab- und in der neuen Wohnung angedreht wurden, und schließlich einen U-Haul für die größten Stücke mieten und den Sperrmüll für vereinzelte "Schätze" in unserer Garage bestellen.

Am Umzugstag packten wir unsere 2 Autos, den Mietwagen meiner Eltern, den U-Haul und den Lieferwagen von Ron und Lisa so voll, wie es nur ging, und danach lief alles wie am Schnürchen. Noch mal vielen Dank an dieser Stelle an meine Eltern und Brandons für die Hilfe. Im Juli nächstes Jahr werden wir die Aktion wiederholen - dann läuft unser Mietvertrag hier ab. Ha!

Hier ist ein kurzer Rundgang durch unsere Wohnung. Es war Sonntags morgens um 9, und Brandon schlief noch - ja, das ist er am Ende des Films...

Friday, June 15, 2007

Vor 2 ½ Jahren kam ich zum ersten Mal in unserem Haus an - spät abends im Dunkeln, direkt vom Flughafen und schwer bepackt. Brandon hatte es in der Zeitung gefunden und gemietet, damit wir ein Dach über dem Kopf hatten. Es hatte ein Wohnzimmer mit einem großen Fenster auf die vordere Veranda, ein Esszimmer, eine Küche, von der eine kleine Nische als Waschküche abging, zwei Schlafzimmer und dazwischen ein kleines Bad.

Damals befanden sich neben der Kücheneinrichtung (die inklusive war) genau die folgenden Gegenstände in unserem Haus:

- eine Waschmaschine und ein Trockner

- Brandons alter Schaukelstuhl und Kommode

- eine Couch und ein Sessel (von einer Tante)

- ein riesiges, schwankendes Regal für den Fernseher (von einer anderen)

- Brandons Computer

- ein Bett, das uns Polly und Dave geliehen hatten

- ein Fernseher von ca. 1980, den Dave uns geschenkt hatte

- unsere beiden Katzen

- mehrere Pakete aus Deutschland mit unseren Siebensachen.

Der Teppichboden in der Küche war scheußlich und sah aus wie ein Überbleibsel von 1977. Vom Esszimmer aus in die Küche stieg der Boden leicht an. Wohn- und Schlafzimmer waren mit furchtbaren dunklen Holzpanelen verkleidet, so dass es dort nie richtig hell wurde. Trotzdem sah ich mich im Morgengrauen um und sprach: "Ich kann damit arbeiten."

Und nun ziehen wir bald aus diesem Haus aus und in eine helle, moderne Wohnung nahe an Kansas City, und fast könnte ich sentimental werden... Darum zähle ich nun schnell als Gegenmaßnahme alle Probleme auf, die wir mit dem Haus hatten und für die wir D., unseren Vermieter, herbestellen mussten. Los geht's:

  • Toilette verstopft. D. rückt mit einem Klempnerseil an, schraubt die Toilettenschüssel ab und sorgt dafür, dass ich anschließend das ganze Bad von oben bis unten putzen muss.
  • Wasserhahn im Bad ist undicht. Jedes Mal, wenn man ihn andreht, sprudelt Wasser links und rechts von den Hähnen aus der Dichtung. Außerdem gelangt Feuchtigkeit in das Schränkchen unter dem Wasserhahn. Ein Schränkchen, das, wie sich herausstellt, aus billigem Sperrholz gebaut worden ist. Sperrholz, das schimmelt, wenn es nass wird, und dann auseinanderbricht. D. installiert uns einen neuen Wasserhahn mit Mischbatterie. Das Schränkchen lässt ihn unbeeindruckt.
  • Toilette verstopft. D. diagnostiziert, dass die alten Abwasserrohre voll Wurzeln sind. Er wird sich in nächster Zeit darum kümmern. Brandon zeigt ihm außerdem die Fliegengittertür vor der Küche, die nur noch an einer Angel hängt. Dito.
  • Wir stellen zum ersten Mal die Heizung an, und eine gigantische Staubwolke fegt aus allen Lüftungsschächten, so dass man minutenlang nichts sieht. Dann beginnt im Heizungskeller ein herzzerreißendes Quietschen und Jaulen. D. kommt und ölt die Riemen an der Heizung ein. Das Jaulen verstummt.
  • Die Fliegengittertür vor der Küche fällt Brandon entgegen. Er reißt die letzten Schrauben heraus und bringt sie in die Garage, wo sie fortan lagert.
  • Toilette verstopft. D. beschließt, etwas zu unternehmen. Er wird eine Firma beauftragen, die Rohre bis zur Straße zu ersetzen! Sofort lässt er sich von der Stadt auf unserem Rasen markieren, wo Gasleitungen verlegt sind. Dann gräbt er ein Loch über der Wasserleitung in unseren Garten. Als er erfährt, was es kosten wird, die Rohre zu ersetzen, überlegt er es sich anders. Er deckt das Loch mit einer Sperrholzplatte ab. Ab sofort kommt er mit dem Klempnerseil nicht mehr bei uns ins Haus, sondern beseitigt Verstopfungen direkt draußen.
  • Durch den Temperaturwechsel haben sich die Holztüren verzogen. Die Küchentür geht nicht mehr zu. D. kommt, sägt ein Stück von ihr ab, versetzt die Scharniere und baut sie wieder ein. Sie geht wieder zu. Nun haben wir einen 1 1/2 cm hohen Spalt unter der Tür.
  • Ich komme nach Hause und schalte das Licht im Esszimmer ein. Der Messing-Zierrahmen um den Schalter versetzt mir einen elektrischen Schlag. Ich kann es nicht glauben und versuche es noch einmal. Der Rahmen steht eindeutig unter Strom. Autsch! D. kommt, klettert durch die Luke über der Badewanne auf den Speicher und repariert von dort die Stromleitung.
  • Toilette verstopft.
  • Kühlschrank verstummt. D. stellt fest, dass er altersschwach war, und bringt uns einen neuen.
  • Toilette verstopft.
  • 3 Uhr morgens: Brandon kann nicht schlafen und liest im Wohnzimmer, als ein ohrenbetäubender Krach vor dem Haus ertönt. Vorsichtig schleicht er nach draußen und sieht, dass die Mauer, die unseren abschüssigen Vorgarten vom Bürgersteig trennt, in sich zusammengebrochen ist. Riesige Steinbrocken liegen überall auf dem Bürgersteig. Wir rufen D. am nächsten Morgen an. Er kommt, räumt einige Brocken weg und benutzt andere, um ein gelbes "Caution"-Plastikband quer über den Gehweg aufzuspannen. Genauso bleibt die Situation für ein paar Wochen. Dann räumt er die restlichen Brocken weg und merkt, wie teuer es ist, eine neue Mauer zu bauen. Also bleibt die halb kollabierte Mauer so, wie sie ist.
  • Toilette verstopft. Dieses Mal Sonntags abends. Wir erreichen D. nicht, und die Klempner-Notdienste bieten uns an, am nächsten Tag vorbeizukommen. Ich könnte jemanden ermorden.
  • "War die Küchenspüle immer schon so schief?" frage ich Brandon. "Nein," entgegnet er, "der rechte Fuß vom Spültisch ist vor ein paar Tagen eingebrochen, ist dir das noch nicht aufgefallen?" D. kommt und hievt ein Stück Holz unter den Fuß. Die Spüle ist wieder gerade.
  • Ich bleibe nach starkem Regen mit dem Auto in unserer völlig aufgeweichten Auffahrt stecken. Es reicht - wir müssen dort Kies streuen, sonst schwimmt sie uns davon. Ich erkundige mich, was eine Lieferung kostet: 96 Dollar! Holt man sich dagegen die gleiche Menge selbst mit dem Pick-up ab, kostet das nur 28 Dollar. Ich frage D., der einen Pick-up hat, ob er den Kies abholt, wenn wir die Kosten übernehmen. Er tut es. Dann hat er wohl ein schlechtes Gewissen; als ich noch einmal anrufe, um zu fragen, wieviel wir ihm nun schulden, winkt er ab - es sei sowieso seine Aufgabe als Vermieter, die Auffahrt in Ordnung zu halten...
  • Wieder haben sich durch Temperaturänderungen die Türen verzogen. Die Küchentür macht wieder Ärger, und keine der beiden Türen ins Bad geht mehr zu. D. kommt, repariert die Küchentür und stellt fest, dass der Boden im Bad teilweise abgesunken ist, und stemmt ihn kurzerhand von unten wieder hoch. Die Türen schließen wieder. In den Wänden erscheinen Risse.
Oh, home, sweet home - wenn ich diese Liste betrachte, bin ich doch froh, dass wir umziehen. Trotzdem ist es auch ein wenig traurig. Wir haben in diesem Haus viel erlebt und gelacht; viele Freunde und Verwandte haben uns besucht; auf dem Dach hat unser Kater Mole gern gesessen, und auf der Stufe vor der Küche haben wir um ihn geweint, als er überfahren worden war und bevor wir ihn bei Polly und Dave im Garten begraben haben.

Ich hoffe, der 24-Stunden-Reparaturdienst in der Wohnung ist sein Geld wert!!!

Wednesday, May 30, 2007

Take Me Out to the Ball Game ...



Zu Brandons Geburtstag letzten Oktober waren wir mit Brandons Eltern bei einem Spiel der Kansas City Chiefs (Football). Zu meinem hatten sie sich wohl vorgenommen, mich in Sachen Baseball fortzubilden. Also gingen wir zu einem Spiel der KC Royals. Ich war vorher schon mit Polly und Dave bei Spielen der St. Joe Blacksnakes gewesen, die allerdings nur in der Regionalliga spielen. Das hatte auch viel Spaß gemacht; es gab die traditionellen Hot Dogs und Bier, und wir unterhielten uns gut. Nur dem Spiel konnte ich leider nicht folgen: Ich konnte die Handsignale des Schiedsrichters nicht verstehen, nicht sehen, ob ein Ball in der "strike zone" landete oder nicht, und die Anzeigentafel war mir auch völlig schleierhaft. Nach dem ersten Bier wurde das natürlich nicht besser, und so gab ich irgendwann auf. Aber wir hatten ja nur 8 Dollar für die Tickets bezahlt, also war es eigentlich egal.

Die Royals-Tickets allerdings hatten 27 Dollar gekostet, darum wollte ich sie richtig genießen. Sobald wir uns auf unsere (sehr guten) Plätze gesetzt hatten, fragte ich Ron und Lisa also nach Strich und Faden aus, und mit ihrer Hilfe kapierte ich dann auch endlich, was auf dem Spielfeld ablief, und konnte in den richtigen Momenten jammern oder jubeln. Nicht lachen, es ist echt peinlich, wenn man im total falschen Moment "Yeah!" schreit! Das Royals-Stadion machte das noch einfacher: die Sicht war super, es gab klare Ansagen zu jedem Spielwechsel und eine riesige Anzeigentafel.

Bei den Spielen wuseln pausenlos Angestellte mit Bauchläden durch die Menge und verkaufen Erdnüsse, Bier und andere Kleinigkeiten. Wenn man etwas möchte, signalisiert man es ihnen, sie werfen einem die Ware zu und kassieren ab, sobald sie in der Nähe sind. Ich war schwer beeindruckt; wie die bloß den Überblick behalten? Brandon versuchte minutenlang, einen von ihnen auf sich aufmerksam zu machen, weil er einen frozen chocolate malt wollte (quasi eine gefrorene Schokoladen-Malzmilch im Becher; schmeckt wie Schokoladeneis). Vergeblich, wir mussten sie am Stand kaufen.

Das Spiel war richtig spannend, und Ron und Lisa haben mir endlich Baseball erklärt. Nur eins beschäftigt mich noch: Jeder Spieler hat einen "at-bat song", der ein paar Sekunden angespielt wird, wenn er am Schlagmal steht. Natürlich sucht er sich dafür nicht irgendwelche Kuschelmusik aus; es muss ein hypermaskuliner, aggressiver Titel sein, und so "durfte" ich im Laufe des Spiels die grausigste Auswahl aller Zeiten an Country und Rap hören. Im Ernst: Gibt es denn nichts anderes? Wie wäre es mit etwas Selbstironie? Die Titelmusik von "Rocky"? Nein? Gut, dann konzentriere ich mich in Zukunft halt auf das Spiel. Und wenn ein neuer Mann ans Schlagmal kommt, stopfe ich mir einfach Erdnüsse in die Ohren...



Tuesday, May 22, 2007

In einem Land, das so viel Müll produziert wie die USA, freue ich mich wie ein Kind über jede müllsparende Alternative, die ich entdecke. Da unser Leitungswasser auch nicht so toll ist, kaufen wir Wasser seit langem in wiederverwendbaren Kanistern, die wir an der Wassertheke wieder auffüllen (was auch viel billiger ist, als jades Mal einen neuen Kanister zu kaufen!).

Milchprodukte kaufen wir von Shatto; das ist eine Farm in der Nähe von Kansas City, die keine Antibiotika oder Wachstumshormone verwendet und ihre Produkte in Pfandflaschen aus Glas verkauft.

Immer mehr Supermärkte haben Selbstbedienungskassen, die ganz leicht zu bedienen sind und die ich liebe, denn so brauche ich gar keine Plastiktüten, sondern kann alles direkt in meinen Einkaufskorb packen (oder – noch häufiger – auf der Rückbank verteilen, weil ich den Korb mal wieder vergessen habe).

Aber am spannendsten sind Eier! Warum? Weil die kleine Farm, die sie an den Supermarkt verkauft, immer einen Papierstreifen mit einer Nachricht in die Packung legt. Dies ist die Nachricht aus dem neuesten Eierkarton:

“Good morning from XY farm! Buying eggs sure can get confusing! So, what makes our eggs better? First of all, being local makes them fresher, better for the environment (they haven’t traveled very far), and you can find out exactly who we are and how we do things (like we don’t feed antibiotics!) Also, our hens get to be outside, on pasture, which makes them smile. OK, maybe they don’t have teeth to smile with, but the happy cows commercials on TV make my day so I’m thinking of happy chickens! All of this makes for fantastic eggs. Thanks for supporting local, toothless, grinning hens!”